Wie sich Lizenzkosten berechnen

Spätestens seit der „ Guttenberg-Affaire" dürfte den meisten klar geworden sein, welches Ausmaß die Verletzung von Urheberrechten annehmen kann. Viele weiter bekannte Politiker sind dieser Unkenntnis mittlerweile ebenfalls zum Opfer gefallen. Dabei berührt die Diskussion um Fußnoten nur einen kleinen Teil der Folgen lizenzrechtlicher Verstöße. Es herrscht auf jeden Fall ein gewisse Unsicherheit, wenn es um dieses Thema geht.

Kommerzielle oder private Nutzung entscheidend

Dabei sind die Grundzüge nicht schwer zu verstehen: Privat ist fast alles erlaubt oder wird zumindest toleriert, solange kein kommerzielles Interesse damit verbunden ist. Will man seine Geburtstagskarte mit einem Bild aus dem Web aufpeppen, bedeutet das zwar in der Regel eine Verletzung von Lizenzrechten, sie spielt aber wirtschaftlich keine Rolle. Der Verstoß wird in der Regel nicht erkannt und daher nicht verfolgt. Es handelt sich also um ein Bagatelledelikt. Wird ein unlizenziertes Bild aber im Webauftritt eines Unternehmens eingesetzt, verbirgt sich hinter der Verwendung ein gewerblicher Zweck. Das Unternehmen verspricht sich einen Erfolg und zieht Nutzen aus der Verwendung. Zum Beispiel mehr Besucher auf der Seite oder mehr Anfragen. Dadurch bekommt die unerlaubte Verwendung juristische Relevanz. Viele professionelle Bilddatenbanken schicken inzwischen ihre Avatare auf Spurensuche durchs Netz. Und die arbeiten inzwischen überaus erfolgreich. Die Kosten für die unerlaubte Nutzung erreichen schnell vierstellige Summen und übertreffen meist jene Kosten, die eine gewöhnliche Lizenzierung ausgemacht hätte.

Lizenz = Nutzungserwerb, kein Eigentumsübergang

Vom Grundsatz her ist das Urheberrecht einfach: Es schützt die kreative Leistung und dessen Urheber. Diese Leistung hat einen Wert, denn sonst wäre es ja nicht so reizvoll, sie ohne Bezahlung zu verwenden. Ganz gleich, ob es sich um ein Lied, ein Bild, ein Text oder eine grafische Gestaltung handelt, mit jedem Kauf eines kreativen Werkes erwirbt man lediglich das Recht zu dessen Nutzung. Eigentum an kreativer Leistung kann man nicht erwerben. Eigentümer bleibt immer der geistige Urheber. Dabei kann die Nutzung in vielerlei Richtung eingeschränkt sein. Kauft man ein Bild heißt das also nicht automatisch: „Ich kann damit machen was ich will". Unter Umständen darf ich es ausschließlich im Web, oder in einer Broschüre, oder zeitlich befristet auf einer Veranstaltung verwenden. Auf diese Einschränkungen oder Bedingungen im Rahmen des Erwerbs kommt es an. Lizenzbedingungen sollte man daher immer aufmerksam lesen, bevor der Auftrag für eine kreative Leistung oder ein Produkt vergeben wird. Dies gilt natürlich auch für die Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur.

Lizenzrechte frühzeitig klären

Relevanz erlangen Lizenzfragen immer dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Solange Fotografen, Künstler oder Agenturen und Kunden harmonisch und intensiv zusammenarbeiten, werden die Details von lizenzrechtlichen Vereinbarungen kaum zum Thema gemacht. Im Falle einer Scheidung ändert sich das in der Regel immer. Dann ist aber das Hoffen auf Good-Will eher naiv. Gut, wenn man nicht darauf hoffen muss, sondern vorbeugend auf schriftliche Regelungen hingewirkt hat.

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