Beispiele gelungener Schriftbildgestaltung

Gute und schlechte Beispiele zum Thema Typographie erkennt man am besten, wenn man sie sieht. Also schauen wir uns zunächst die Aussagekraft richtig gewählter Schriften an. Anschließend zeigen ein paar gesetzte Blindtexte das Gruselkabinett, welches man leider immer wieder in Tageszeitungen oder in Magazinen beim aufmerksamen Lesen findet.

Gelungene Typographie: Speisekarte nutzt verschiedene Schriften


Beispiel für eine typographisch gelungene Speisekarte

Gute Typographie: Serifenlose Schrift auf einem Architektenschild


Klare, serifenlose Schriften: Das Firmenschild eines Architekten

Fraktur-Schrift trägt den Makel der NS-Vergangenheit


Die Frakturschrift trägt den Makel der braunen Vergangenheit

Gute Typographie: Klares Schriftbild für ein Industrieunternehmen


Sauber und sachlich: aus dem Impressum der BASF AG

Schrift muss zum Zweck passen

Vier Schriften – vier Themen – vier Eindrücke – ein Ergebnis: Alles passt zum Zweck! Die handgeschriebene Speisekarte kommuniziert über das Schriftbild eine ganze Reihe von Eindrücken: die Handschrift zeigt die Liebe zum Handwerk und die Wertschätzung, die Gästen hier entgegengebracht wird. Zugleich steht die Designschrift für eine persönliche Ansprache, man fühlt sich wohl! Nicht umsonst begegnet man diesem Schrifttyp so häufig in Restaurants.

Der Architekt hingegen betont Strenge, Disziplin und Zurückhaltung mit seiner serifenlosen, schmalen Schrift (Dax). Man wird in ihm sicher einen guten Ansprechpartner finden, wenn es um eine moderne, ästhetische Formensprache im reduzierten Design geht. Liebhaber von gemütlichen Landhäusern würden sich wahrscheinlich weniger stark angesprochen fühlen. Und das ist das Ziel guter Typographie. Sie soll Orientierung geben und der Informationsvermittlung dienen.

Im dritten Beispiel ist eine Frakturschrift zu sehen. Sie trägt noch immer den Makel der NS-Zeit. Den kann sie bis heute nicht ablegen. Nicht zuletzt prägt sich diese Kombination so hartnäckig ins Bewusstsein, weil die heute wieder häufiger in Erscheinung tretenden rechtsextremen Gruppen fast ausschließlich auf diesen Schrifttyp setzen. Zugutehalten kann man aber, dass sie auch im kirchlichen Umfeld häufig zu finden ist. Theaterplakate über Stücke aus dem Mittelalter, Sonderausstellungen in Kunst und Museen und manche Veranstaltung vertragen sich daher ebenfalls gut mit Frakturschriften.

Schnörkellose Schriften wir die DIN, die Dax, die Univers und natürlich auch die Helvetica sind typische Vertreter, denen man in der Geschäftswelt begegnet. Sie ruhen durch ihre harmonische Form in sich selbst, wirken geradlinig und liefern ein sauberes, aufgeräumtes Schriftbild. Hier gibt es aber immer noch genügend Alternativen, vor allem auch durch neue, moderne Schrifttypen.



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