Typographie
Einstieg in die Gestaltung mit Schriften

Seit sich die elektronische Textverarbeitung auch tief in die Privathaushalte verbreitet hat, benutzen nur noch Langweiler Schrifttypen wie Arial oder Times. Do-it-yourself-Gestalter mischen gerne Schriften was Word und andere Textverarbeitungsprogramme hergeben. Privat gestaltete Einladungskarten kommen daher kaum noch mit wohltuender Zurückhaltung aus. Was die Schriftenkoffer und Effekte hergeben wird genutzt. Gute Typographie geht jedoch anders. Und sie ist schwierig!

Auch bei der Schriftauswahl gilt: Weniger ist meist Mehr

Im Geschäftsleben zählt die gute alte Arial (Helvetica) noch immer zum Standard. Aber im Rahmen eines eigenständigen Auftritts von Unternehmen gehört auch die Schriftgestaltung zu den charakterbildenden Elementen. Das sollte man unbedingt Profis überlassen. Denn selbst wenn man sich mit den Details der Schriftgestaltung auseinandergesetzt hat, erzeugt allein das Wissen noch keine Virtuosität. Mit den Schriften und Schriftkombinationen ist es wie mit dem Goldenen Schnitt: Viele Menschen haben ein Gefühl dafür, ob etwas mit dem Schriftbild stimmt oder nicht. Das heißt, man empfindet die Schrift als angenehm und stimmig, oder eben nicht. Das eine führt dazu, dass man sich gerne mit einem Text befasst und sich förmlich angezogen fühlt, während uns unpassende Schriftbilder eher stören oder aus einem Text herausdrängen. Dass man auch ohne gleich laut zu werden, sehr gefühlvoll und dennoch abwechslungsreich mit Typographie spielen kann, ist jeden Tag in vielen Zeitungen zu sehen. Hier werden in der Regel sehr gekonnt verschiedene Schriften und Schnitte eingesetzt und sie ergeben in den meisten Fällen ein harmonisches Bild. Das untere Beispiel aus einer beliebigen Tageszeitung zeigt exemplarisch, wie man Schriften gelungen kombiniert:

Beispiel gelungen kombinierter Schrifttypen in einer Tageszeitung


Tageszeitungen zeigen oft gelungene Kombinationen verschiedener Schrifttypen

Schriftkombinationen in Headline und Fließtext

Zum einen: Die Verwendung unterschiedlicher Schriften für Headline und Fließtext. Hier ist es eine serifenlose Schrift in der Headline und eine Serifenschrift im Fließtext. Zur Verstärkung sind die Headline und einige Stichwörter fett gestellt. Unterschiedliche Schriftgrößen gliedern den Inhalt zusätzlich. Der Fließtexteinstieg ist extrafett formatiert und durch Großbuchstaben (Versalien) hervorgehoben. Das war's. Damit ist das Schriftbild aufgeräumt und dennoch klar gegliedert. Das zeichnet gute Schriftbilder aus.

Diese Ruhe sollte man sich durchaus auch in der Gestaltung von Unternehmensunterlagen zu Eigen machen. Bei der Auswahl von Schriften empfiehlt sich daher die Beachtung folgender Grundregeln:

  • Wählen Sie eine Hausschrift, die in gängigen Textverarbeitungsprogrammen zur Verfügung steht. Schließlich wollen Sie wahrscheinlich nicht extra eine Schrift kaufen und für jeden Arbeitsplatz lizenzieren. Standardmäßig stehen heute eine Vielzahl unterschiedlicher Schriften zur Verfügung, die man ohne weiteres nutzen kann. Es muss also nicht zwangsläufig die Arial sein.
  • Denken Sie auch daran, dass ihr E-mail-Verkehr auf die festgelegte Hausschrift umgestellt wird. Auch hier ist es ein Vorteil, wenn keine allzu exotische Schrift verwendet wird. Schließlich soll das Schriftbild auch beim Empfänger ankommen und dazu muss er zumindest den Schrifttyp ebenfalls installiert haben.
  • Im Web ist die Zahl frei verwendbarer Schriften begrenzt. Zwar lässt sich technisch der Einsatz jeder Schrift realisieren, doch der Aufwand lohnt sich nicht für kleinere und mittlere Unternehmen. Gegebenenfalls ist mit hohen Lizenzkosten zu rechnen. Doch auch in einer reduzierten Auswahl bieten sich genügend Möglichkeiten, das Passende zu finden. Heute werden im Web überwiegend die Arial, die Times New Roman und vor allem die Verdana verwendet. Bedenkenlos können Sie aber auch die Trebuchet MS, Georgia, Courier New, Impact oder Comic Sans verwenden, da sie auf den meisten Rechnern installiert sind. Im Geschäftsbereich sind allerdings die beiden letztgenannten tabu.

Überlassen sie die Auswahl von Schriften am besten Profis. Wenn man sich alleine an das Thema herantraut sollte man zumindest die Regel beherzigen, weniger ist mehr. Das dürfte wohl auch einer der Gründe sein, weshalb man die Arial so häufig antrifft. Denn zumindest falsch machen kann man mit ihr nicht viel.


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