Farben in der Werbung – Wirkung & Verwendung

Wenn Stiere in der Arena wie wild auf das rote Tuch des Toreros losgehen hat das tatsächlich nichts mit der Wirkung von Farben zu tun. Stiere sind farbenblind. Gesunde Menschen allerdings nicht. Daher reagiert jeder Mensch, dessen Sehvermögen normal ausgestattet ist, auf Farben. Unabhängig von persönlichen Vorlieben und Geschmacksrichtungen wirken Farben bis tief ins Unterbewusstsein hinein.

Stärkste Eindrücke gehen über die Augen

Ähnlich wie Musik, die zum Entspannen, Singen und Tanzen anregt, aber auch die Aggressivität oder Nervosität fördert, lösen auch Farben beim Betrachter unterschiedliche Stimmungen aus. Eine Gegenwehr ist kaum möglich, obwohl die Schwellen der Empfindsamkeit naturgemäß individuellen Schwankungen unterliegen. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass nur 11% der von unserem Gehirn verarbeiteten Sinnesinformationen auf das Gehör zurückgehen. Über 80% der Sinneseindrücke sind visueller Natur. Deshalb können Farben eine so starke Wirkung ausüben. Es ist also kein Zufall, dass wir nicht von einem Gelblicht- sondern von einem Rotlichtmilieu sprechen, oder als Zeichen der Trauer schwarz getragen wird. Rot gilt als die aktivste Signalfarbe und besitzt eine starke, sinnliche Wirkung. Sie steht fürWärme, Lebenskraft und Luxus. Schwarz hingegen gilt als Farbe der Trauer, der geistigen Versammlung und der Ruhe. Die Kirchen und auch das leichte Gewerbe haben also ohne Zweifel eine ausgezeichnete Farbwahl getroffen. Dieser Effekt gilt natürlich auch für Unternehmen, Marken und Produkte.

Unternehmensfarben – Eine Aktie und der Strom sind Gelb

Wie stark Farben die Wahrnehmung von Unternehmen das öffentliche Bewusstsein durchdringen können, zeigen einige deutsche Beispiele: Die Deutsche Telekom und die Deutsche Post. Vor allem der Telekom ist die Verbindung mit der Farbe Magenta in nur wenigen Jahren perfekt gelungen. Die außergewöhnliche Farbwahl und eine konsequente Umsetzung dürften dafür die entscheidenden Faktoren gewesen sein. Die konsequente Nutzung dieser Hausfarbe (magenta steht für weiblich, soft, lieb und Freude) in Verbindung mit der Gestaltung und dem akustischen Logo haben die Marke sehr positiv im kollektiven Gedächtnis verankert. Und das, obwohl dieser freundliche und sympathische Auftritt des Unternehmens in krassem Missverhältnis zur erlebten Leistung steht. Auch bei der Post ist die starke Assoziation mit der Hausfarbe absolut perfekt gelungen. Beim Börsendebüt bewarb der Branchenriese seine Aktien sogar mit dem Namen Aktie Gelb. Der Stromkonzern EnBW gliederte seinen Stromvertriebsgesellschaft unter dem Namen Yello aus und versteifte sich fortan in der Kommunikation auf die Behauptung: Der Strom ist gelb! Ein nachhaltiger Markterfolg blieb zwar aus, aber die Kampagne kann man zweifellos als erfolgreich bezeichnen. Noch heute kennen viele den Slogan, obwohl er kaum mehr beworben wird. Die lila Kuh, der rote Ferrari und der Jaguar in Racing green - alles keine zufällige Auswahl. Alle Beispiele zeigen, dass eine gute Auswahl von Farben sehr stark den Erfolg einer Marke beeinflussen kann.

Diese wenigen Beispiele zeigen: Die Wirkung von Farben lässt sich gezielt einsetzen. Zwar handelt es sich bei den gezeigten Beispielen mehr um B2C-Unternehmen, aber die Erkenntnisse gelten ohne Zweifel auch für das B2B Marketing. So werden neun von zehn Befragten bei Nennung der Farbe Lila sicherlich an eine Kuh denken oder umgekehrt, auf einen Ferrari angesprochen wohl als erstes Rot sehen.


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